Wenn du einen perfekten Espresso aufbrühen möchtest, sind Espressobohnen von sehr guter Qualität eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen dafür. Weist der verwendete Rohstoff für deinen Espresso schon Spitzenqualität auf, wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit ein ganz passables Ergebnis erzielen.

Weitere Voraussetzungen für die Zubereitung eines ausgezeichneten Espressos sind natürlich auch, dass die Qualität deiner Espressomühle und Espressomaschine auch entsprechend gut ist und, dass du die Grundlagen bei der Zubereitung (Mahlgrad, Extraktionszeit, Brühverhältnis etc.) kennst.

Wir können dir wirklich dazu raten, ein paar Euro mehr in gute Espressobohnen zu investieren, weil die geschmacklichen Unterschiede zwischen Discounterware und Spezialitäten-Espressobohnen enorm sind.

Unsere persönlichen Empfehlungen

Typisch italienisch: Wenn du es kräftig & würzig magst, empfehlen wir den Espresso Furioso von Hannoverschen Kaffeemanufaktur. Sehr kräftiger, koffeinreicher Spitzenespresso mit feinen schokoladigen & karamelligen Nuancen und einer ausgeprägten Crema. Typische Prägung á la Bella Italia!

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Spritzig & fruchtig: Mit dem Espresso Gerba von CoffeeCircle aus Berlin bekommst du einen sehr süßlichen Kaffee, der intensive und komplexe Aromen aufweist. Der Geschmack erinnert an reife Blaubeeren, dunkle Schokolade und hat exotische Anklänge von Papaya. Ein spannender Espresso mit einer wahnsinnig interessanten fruchtigen Säure!

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In unserem großen barista-passione.de Espressobohnen-Ratgeber / Espressobohnen Test verraten wir dir nicht nur, welche Espressobohnen wir dir noch empfehlen können, sondern geben dir auch Antworten auf folgende Fragen:

Was sind Espressobohnen?

Bei Espressobohnen handelt es sich um Kaffeebohnen. Beide stammen also von der Kaffeepflanze ab. Den Hauptunterschied zur Kaffeebohne macht das besondere Röstverfahren und die Röstdauer aus.

Wenn du schon mal versucht hast, Kaffeebohnen, die ursprünglich für Brühkaffee geröstet wurden, in einer Espressomaschine zu verwenden, wirst du feststellen, dass der Espresso einen viel zu hohen Säuregehalt aufweisen wird. Das Ergebnis ist wirklich ungenießbar.

Daher benötigst Du für die Zubereitung eines Espressos und für Kaffeespezialitäten, die auf Espresso basieren, (z.B. Cappuccino, Latte Macchiato) immer Espressobohnen.

Warum gute Espressobohnen für den perfekten Espresso so wichtig sind.

Wir sind der Ansicht, dass es kaum eine Zubereitungsart für Essen oder Getränke gibt, die Fehler weniger verzeiht als die manuelle Zubereitung von Espresso mit einer traditionellen Siebträgermaschine.

Falsch getampt, ein paar Sekunden zu lang gebrüht, ein zu feiner Mahlgrad, die Tassen nicht vorgewärmt – die Auswirkungen auf den Geschmack in der Tasse sind groß und es gibt viele Stellschrauben, an denen du drehen kannst, bis du einen ausgewogenen Espresso-Geschmack erreichst.

Tipp: Eine Auswahl hochwertiger Espressobohnen kannst du im Online-Shop von kaffischopp.de kaufen.

Du musst ganz sicher sein, dass der verwendete Rohstoff auch wirklich ausgezeichnete Qualität hat. Sehr gute Espressobohnen sind die Basis für die Zubereitung eines umwerfenden Espressos.

Wenn du mit guten Bohnen den Grundstein gelegt hast, kannst du anschließend mit Mahlgrad, Brühtemperatur und Brühverhältnis experimentieren, um peu à peu das Beste aus der jeweiligen Espressobohne herauszuholen.

Merke dir, dass du niemals mit billigen Espressobohnen aus dem Discounter ein ansprechendes Espresso-Erlebnis kreieren wirst, selbst wenn du bei der Zubereitung eine High-End-Espressomühle und High-End-Espressomaschine verwendest.

Unterschiedliche Qualitätsstufen von Rohkaffeebohnen: Von sehr guter Qualität (kaum Defekte, im Bild ganz oben) über gute Qualität (wenig Defekte, in der Bildmitte) bis zu minderwertiger Qualität (viele Defekte, im Bild unten)


Woran erkennst du gute Espressobohnen?


Keine Lust auf Mainstream-Bohnen? Immer auf der Suche nach der besten Qualität? Wir geben dir Hinweise, wie du gute Espressobohnen erkennen kannst.

Gute Bohnen-Qualität kannst du in erster Linie schonmal am Aussehen festmachen, wenn du dir die Bohnen im Detail anguckst. Wenn du überwiegend Bohnen in gleicher Größe in der Verpackung vorfindest, ist das ein guter Indiz für gute Qualität. Denn eine gleichmäßige Bohnengröße ermöglicht erst eine gleichmäßige Röstung der Bohnen.

Bohnen mit vielen Defekten

Wenn du bei der Kontrolle der Bohnen hingegen viele Defekte findest, kannst du davon ausgehen, dass die Bohnen eher mindere Qualität haben. Denn hier hat sich offenbar keiner die Mühe gemacht, defekte Bohnen auszusortieren.

Das Aussortieren defekter Bohnen ist ein wesentlicher Schritt, die Qualität eines Kaffees zu verbessern. Bohnen-Defekte (Kaffee-Fehler) kannst du wie folgt erkennen:

  • schwarze Bohnen (“Stinkerbohnen”, verotteter, fauler und fermentierter Geschmack)
  • verschimmelte Bohnen (bedingt durch falsche Temperatur und Feuchtigkeit beim Lagern oder beim Transport, modriger oder muffiger Geschmack)
  • zerfressene Bohnen (bedingt durch Insektenbefall, mehr Bitterkeit)
  • unreife Bohnen (haben eine faltige Oberfläche, wenig Kaffeearomen)
  • gebrochene Bohnen (zu stark getrocknet, führt zu mehr Bitterkeit im Geschmack)
  • Schalenstücke (übrig gebliebene Fragmente der Außenhülle, fauler Geschmack)
  • Steine/Zweige in den Bohnen

Du kannst gute Espressobohnen in der Regel auch daran erkennen, wenn die Beschreibungen auf der Bohnenverpackung besonders detailliert und umfangreich sind.

Je mehr relevante Angaben du auf der Espresso-Verpackung findest, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um ein Qualitätsprodukt handelt.

Folgende Angaben sollten unserer Meinung auf jeder Verpackung von guten Espressobohnen abgedruckt sein:

Herkunft:
Wo wurde der Kaffee angebaut? Was steht auf dem Etikett über Art und Sorte des Kaffees? Ist der Kaffee ein Blend (Mischung aus verschiedenen Bohnen) oder ein sortenreiner Kaffee? All diese Angaben zur Herkunft, Sorte und Art des Kaffees solltest du bei guten Espressobohnen auf der Verpackung vorfinden.

Röstdatum:
Industrielle Großröstereien machen in der Regel keine Angaben zu Röstdatum und Verpackungdatum, sondern beschränken sich in der Regel nur auf die Angabe zur Mindesthaltbarkeit. Auf den Verpackungen guter Espressobohnen sollte neben dem Mindesthaltbarkeitsdatum auch das Röstdatum angegeben sein.

Röstgrad:
Auch der Röstgrad (z.B. mittlere Röstung, helle Röstung oder dunkle Röstung) darf als Angabe auf der Verpackung nicht fehlen.

Nachverfolgbarkeit:
Wenn du den Namen der Kaffeefarm, der Produzentengruppe oder des Erzeugers auf der Verpackung findest, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um gute Espressobohnen handelt.

Geschmacksprofil:
Mit Hilfe der Geschmacksprofil-Angaben kannst du erfahren, wie der Kaffee aufbereitet und verarbeitet wurde und wie er schmecken sollte. Auch die Angabe zur Anbauhöhe ist ein Merkmal qualitativ guter Bohnen.

Übrigens: Je höher ein Kaffee wächst, desto besser ist normalerweise die Qualität der Bohnen, weil die Bohnen langsamer reifen und damit eine höhere Dichte entwickeln.

Aromaventil:
Die Verpackung guter Espressobohnen sollte ein Aromaventil besitzen. Dieses Ventil im Beutel sorgt dafür, dass CO2, welches während des Röstvorgangs entsteht, ausgasen kann, ohne dass Sauerstoff eindringt.

Preis für gute Espressobohnen

Ein weiteres Kriterium, um gute Espressobohnen zu erkennen, ist auch der Preis. Billige Bohnen aus dem Discounter, die für unter 10 € pro Kilo zu erwerben sind, können niemals hochwertig sein.

Diese Bohnen wurden im Zweifelsfall zu einem Preis eingekauft, der noch nicht einmal die Herstellungskosten deckt. Du kannst davon ausgehen, dass der Kaffee weder sorgfältig angebaut/geerntet wurde noch schonend im Trommelröstverfahren geröstet wurde.

Unser Rat: Finger weg davon! Der Preis klingt verlockend, die Qualität der Espressobohnen ist in der Regel wirklich unterirdisch.

Jetzt mag es den einen oder anderen geben, der das Gegenteil behauptet und exzellente Erfahrungen mit einem Discounter-Espresso für 8,99 € pro Kilo gemacht hat.

Das mag ja aus rein subjektiver Sicht durchaus möglich sein. Doch wer schon einmal Spezialitäten-Kaffee verkostet hat, wird die Discounter-Ware mittlerweile als ungeniessbar abstempeln.

Nebenbei bemerkt: So viel mehr Geld musst du für qualitativ bessere Bohnen gar nicht ausgeben. Wir haben beispielsweise ganz ordentliche Espressobohnen verkostet mit einem Kilopreis von 18,50 €.

Der Preisunterschied zwischen Billig-Bohnen und hochwertigen Bohnen ist also wesentlich geringer als du vielleicht gedacht hast.

Ach ja, unseren persönlichen Preis/Leistungssieger – Espresso Furioso von der Hannoverschen Kaffeemanufaktur – gibt es schon unter 25 € pro Kilo zu kaufen.

Espresso Furioso bei roastmarket*


Espresso Test

Seit vielen Jahren wählen die Leserinnen und Leser des crema Magazins den Espresso des Jahres. Für diesen Espresso Lesertest muss man sich über Online Formular anmelden. Die 150 schnellsten Leserinnen und Leser bekommen dann die jeweiligen Espresso Testsieger der letzten sechs crema Ausgaben zu einem fairen Preis zugesendet. In dem Espressotest Fragebogen kann man seine persönlichen Testergebnisse dokumentieren und ausgefüllt an die Redaktion zurücksenden.

Bewertet werden das Aussehen und die Sensorik der Espressobohnen. Die Bewertung des Espressos erfolgt in den Kategorien Crema, Sensorik, Aromen und Geschmack. Maximal können 10 Punkte pro Espresso und Kategorie vergeben werden. Tolle Aktion, finden wir.

Wir haben jetzt schon zweimal bei diesem Espresso Test mitmachen dürfen. Beide Male waren wir wirklich begeistert, welche leckeren Espressi wir in der Tasse genießen durften. Bei diesen Espressobohnen und Röstereien kannst du ziemlich sicher sein, dass die Qualität hoch ist.

Wir stellen dir nachfolgend die Bohnen vor, die 2019 und 2020 zu den jeweiligen Espresso Testsiegern zählten.

El Paraiso

Röster: Hoppenworth & Ploch, Frankfurt
100 % Arabica
Land: Kolumbien
Geschmacksprofil: Erdbeere, Granatapfel
Aufbereitung: Aneorob
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“Hammerespresso aus Kolumbien. Anerob aufbereitet (ohne Sauerstoff, fermentiert). Einmaliges Bonbon-Aroma schon beim Öffnen. Was dann passiert ist ein Traum: eine Erdebeer-Explosion mit einem Hauch Cassis und der Erinnerung an ein Erdbeer-Eis aus der Kindheit. Süßer Abgang mit etwas Vanille. Danach möchte man keinen zweiten, weil man noch möglichst lange den Geschmack des ersten genießen will.” (Zitat, crema Magazin)

Espresso Testsieger aus dem Heft Juli – August 2019


Espresso Otto

Röster: Dinzler Kaffeerösterei, Irschenberg
Espresso Blend (80 % Arabica, 20 % Canephora)
Länder: Südamerika, Indien
Geschmacksprofil: Karamell
Espresso Otto bei roastmarket.de kaufen*

“Der Name erinnert an den Röstereigründer Otto Dinzler. Fairtrade zertifizierte kleine Bohnen aus Südamerika und Indien, leicht ölig geröstet. Der Mahlgrad war etwas schwierig zu finden! Mit 18g für den Doubleshot haben wir ihn schließlich bezwungen. Dann aber ästhetische Crema: dunkel und fest. Würzig, schokoladig, deutliche Süße. Ausgewogener voller Körper. Sahne und Karamell im Abgang. Mega lecker.” (Zitat, crema Magazin)

Espresso Testsieger aus dem Heft Nov – Dez 2019


Caffé Autostrada

Röster: Martermühle, Aßling
Espresso Blend (30 % Arabica, 70 % Canephora)
Länder: Brasilien, Indien, Uganda
Geschmacksprofil: Schokolade, Nuss
Zum Online-Shop von Martermühle

“Der erste Espresso nach dem Brenner – diesem Reisegefühl ist diese 70/30 Canephora/Arabica-Mischung mit Bohnen aus Brasilien, Indien und Uganda gewidmet. Dunkel geröstet, kurz vor ölig. Feste Crema, italienisch halt. Erster Eindruck ist trotzdem erstaunlich weich und rund. Nussaromen, gefolgt von Zartbitterschokolade mit einem Sahnehäubchen. Im Abgang dann nochmal Schokolade.” (Zitat, crema Magazin)

Espresso Testsieger aus dem Heft Jan – Feb 2020


Romeo Espresso

Röster: Caroma, Völs am Schlern (Italien)
Espresso Blend (100 % Arabica)
Varietäten: Ateng, Tim Tim, Bourbon, Caturra, Catuai, Red Bourbon
Länder: Indonesien, Kuba, Ruanda, Guatemala
Geschmacksprofil: Pflaume, Karamell, Tabak
Aufbereitung: Nass, honey, aneorob
Zum Online-Shop von Caroma

“Caroma ist längst über die Grenzen von Südtirol bekannt. Wir testen den “Romeo” (ja, es gibt auch “Julia”). Ein Arabica-Blend (Indonesien, Kuba, Rwanda, Guatemala) mit beeindruckend schönem Bohnenbild. Der Mahlgrad ist etwas feiner, die Crema perfekt. Wir schmecken einen Haucht Frucht (Pflaume), viel Karamell und etwas Honig. Der Abgang ist tief, dunkel und mit einem Hauch Süditalien.” (Zitat, crema Magazin)

Espresso Testsieger aus dem Heft Mai – Juni 2020


Guatemala Huehuetenango

Röster: Turm Kaffee, St. Gallen Schweiz
Single Origin 100 % Arabica
Region: Huehuetenango
Land: Guatemala
Geschmacksprofil: Orange, rote Beeren, Schoko, Mandeln
Aufbereitung: Gewaschen
Zum Online-Shop von Turm Kaffee

“Single Origin aus dem nordwestlichen Teil Guatemalas, an der Grenze zu Mexiko, aus der Region Huehuetenango. Helles Bohnenbild, ästhetisch, angenehmes Aroma (Getreide). Etwas feinerer Mahlgrad. Helle aber feste Crema. Voller Körper mit Blutorange, Jasmin und etwas Himbeeren. Gefolgt von Schokolade und Praline. Langer intensiver Abgang mit schöner Süße, Modern, interessant.” (Zitat, crema Magazin)

Espresso Testsieger aus dem Heft März – April 2020


Hansebrand

Röster: Union Kaffee, Bremen
Espresso Blend
Länder: Brasilien, Sumatra, Indien
Geschmacksprofil: Schokolade, feinherbe Kräuter
Zum Online-Shop von Union Kaffee

“Diese relativ junge Bremer Rösterei gilt es auf dem Zettel zu haben. In der Tasse ist ein Blend aus Brasilien, Sumatra und Indien. Ausgesucht schöne Bohnen, auf den Punkt geröstet. Der Mahlgrad ist schnell im mittelfeinen Bereich gefunden. Die Crema anschließend honigfarben, fest und leicht getigert. Erster Eindruck: oha, interessant! Zarte Säure, würzige, herbe Noten mit dunkler Schokolade, etwas Kakao im Abgang.” (Zitat, crema Magazin)

Espresso Testsieger aus dem Heft Mai – Juni 2020


Caffè Miscela Pregiata

Röster: Barbera 1870, Messina (Italien)
Espresso Blend (75 % Arabica, 25 % Canephora))
Länder: El Salvador, Äthiopien, Indien
Geschmacksprofil: Schokolade, Haselnuss
Espresso von Barbera 1870 bei roastmarket.de kaufen*

“75 % Arabica und 25 % Canephora aus El Salvador, Äthiopien und Indien, geröstet in Messina. Der Mahlgrad liegt im mittleren Bereich, die Crema ist ein Augenschmaus. Erster Eindruck: voller Körper, ohne Säuren, schokoladig-süß. Dann kommen etwas Haselnüsse und der Geschmack von süßen Mehlspeisen sowie hellem Brot. We es traditionell italienisch ohne Ecken und Kanten mag, wird die Miscela Pregiata lieben” (Zitat, crema Magazin)

Espresso Testsieger aus dem Heft Mai – Juni 2019



Espresso #1

Röster: Wood Grouse Coffee Roasters, Hannover
Espresso Blend (100 % Arabica)
Länder: Peru, Äthiopien
Geschmacksprofil: Rote Beeren, Schokolade
Zum Online-Shop von Wood Grouse

“Aus dem schönen Hannover mit 80 % Peru und 20 % Äthiopien (2 x Kooperativen). Man sieht: einzeln geröstet, Peru dabei etwas dunkler. Mittelfeiner Mahlgrad, die Crema ist haselnussfarben. Der erste Eindruck: Hammer! Ein moderner Espresso voll fruchtiger Beeren, ausgewogen, etwas Kirsche. Zweiter Eindruck: Schokolade, Honig, süß. Eine der schokoladigsten Noten im Abgang, die wir jemals hatten.” (Zitat, crema Magazin)

Espresso Testsieger aus dem Heft April – Mai 2019



Nutorious 2.0

Röster: Buena Vida, Potsdam
Espresso Blend (85 % Arabica, 15 % Canephora)
Länder: Kolumbien, Indien
Geschmacksprofil: Haselnuss, Milchschokolade, Clementine
Zum Online-Shop von Buena Vida Coffee

“Aus Potsdam von Buena Vida stammt dieser erstaunliche Espresso mit 85 % Kolumbianer und 15 % Inder. Auf den Punkt geröstet, unkompliziert im Mahlgrad. Die Crema ist dick, dunkel und fest, italienisch. Der Geschmack hingegen mega-modern: zitronig. Milchschokolade, etwas Schwarzbrot mit sanften Nuss-Nuancen. Im Abgang ein letzter Gruß der leichten Säure mit einem Sahnehäubchen, Hammerespresso!” (Zitat, crema Magazin)

Espresso Testsieger aus dem Heft April – Mai 2019



Espresso Heroes #1

Röster: Bonner Kaffeebrennerei, Bonn
Espresso Blend (80 % Arabica, 20 % Canephora)
Varietäten: Catuaí, Bourbon, Caturra, Old Paradenia
Länder: Brasilien, Guatemala, Indien
Geschmacksprofil: Dunkle Schokolade, Mandel, dunkle Frucht
Zur Website von Bonner Kaffeebrennerei

“Bohnen aus Brasilien, Guatemala der Varietäten Catuaí, Bourbon, Caturra sowie Old Paradenia Canephora aus Indien als Koffeinkick. Eine schöne textierte Haselnusscrema macht Lust auf mehr. Der erste Eindruck: komplex komponiert! Leicht fruchtig, süßer Grundton (getrocknete Früchte), gefolgt von Schokoaromen, Krokant und etwas Malz. There’s a new hero in town.” (Zitat, crema Magazin)

Espresso Testsieger aus dem Heft Jan. – Feb. 2019



Espresso Santa Rita “Leica”

Röster: Spring Roasters / Kaffeemacher, Basel
Microlot Espresso (100 % Arabica)
Varietäten: Caturra & Catuaí
Land: Nicaragua
Geschmacksprofil: Dunkle Schokolade, Kirsche
Zum Online-Shop von Kaffeemacher

“Microlot-Espresso aus dem Norden Nicaraguas von der Finca Santa Rita. Caturra-Varietät mit – für ein Single-Lot erstaunlich – heterogenem Bohnenbild. Feiner Mahlgrad, helle aber stabile Crema. Erster Eindruck: Wow! Kirsche, Bergamotte, mega-fruchtig mit einer edlen Süße, die aber nicht zu lange stehen bleibt. Schon bald kommt Karamell mit dunkler Schokolade hervor.” (Zitat, crema Magazin)

Espresso Testsieger aus dem Heft Nov. – Dez. 2018



Xenia Espresso

Röster: Die Kaffee, Düsseldorf
Espresso Blend (70 % Arabica, 30 % Canephora)
Länder: Nicaragua, Indien
Geschmacksprofil: Schokolade, Nuss, Kirsche
Zum Online-Shop von Die Kaffee

“Auf der Packung spielen wir: Rösterin Olga Sabristova präsentiert “Spaß mit Flaggen”. Wir erkennen Nicaragua und Indien (70/30, Arabica, Canephora). Wir brauchen 150 g, um den mega-zickigen Mahlgrad zu finden. Bekommen dafür aber eine mega-schöne Tigercrema und Schokolade, Haselnuss und süße Trauben in die Tasse. Angenehmer und gut komponierter Espresso mit viel Schoko im Abgang.” (Zitat, crema Magazin)

Espresso Testsieger aus dem Heft Sept. – Okt. 2018



Espresso 10|0

Röster: Indie Roasters, Bielefeld
Single Origin Espresso (100 % Arabica)
Land: Indien
Geschmacksprofil: Krokant, dunkle Schokolade
Zum Online-Shop von Indie Roasters

“Single-Origin-Espresso aus Indien, dort von der Biofarm Yellikodige Estate (1.150 ü.M). Holla die Waldfee, was für schöne Bohnen! Das ist Liebe auf den ersten Blick. Der Mahlgrad ist unkompliziert im feinen Bereich. Anfangs eine leichte Säure – hallo Zeitgeist, gefolgt von Beeren, Krokant und etwas Karamell. Im Abgang bleibt noch lange ein Nutellatoast stehen. Hey sweetie!” (Zitat, crema Magazin)

Espresso Testsieger aus dem Heft Juli – Aug. 2018



Die Ergebnisse des Espresso Tests 2019

Der Espresso des Jahres 2019 ist der “Caffè Miscela Pregiata” vom italienischen Röster Barbera 1870, ein klassischer Espresso-Blend (75 % Arabica, 25 % Canephora). Die 150 Leserinnen und Leser des crema Magazins haben im Detail so abgestimmt.

  • 1. Platz: Caffè Miscela Pregiata von Barbera 1870 mit 7,61 Punkten (Espresso von Barbera 1870 bei roastmarket.de kaufen*)
  • 2. Platz: Heroes #1 von Bonner Kaffeebrennerei mit 7,55 Punkten
  • 3. Platz: Espresso 10|0 von Indie Roasters mit 7,43 Punkten
  • 4. Platz: Xenia Espresso von Die Kaffee mit 7,41 Punkten
  • 5. Platz: Espresso #1 von Wood Grouse mit 7,22 Punkten
  • 6. Platz: Nutorious 2.0 von Buena Vida mit 7,03 Punkten
  • 7. Platz: Santa Rita “Leica” von Spring Roasters mit 7,02 Punkten

Die Ergebnisse des Espresso Tests 2020

Der Espresso des Jahres 2020 ist der “Caffè Autostrada” von der deutschen Kaffeerösterei Martermühle, ein Espresso-Blend mit hohem Anteil an Canephora (30 % Arabica, 70 % Canephora). Die 150 Leserinnen und Leser des crema Magazins haben im Espresso Test 2020 so abgestimmt.

  • 1. Platz: Caffè Autostrada von Martermühle mit 7,52 Punkten
  • 2. Platz: Espresso Otto von Dinzler mit 7,50 Punkten (Espresso Otto bei roastmarket.de kaufen*)
  • 3. Platz: Romeo Espresso von Caroma mit 7,49 Punkten
  • 4. Platz: Huehuetenango von Turm Kaffee mit 7,33 Punkten
  • 5. Platz: Hansebrand von Union Kaffee mit 7,18 Punkten
  • 6. Platz: El Paraiso von Hoppenworth & Ploch mit 7,05 Punkten

Aus dem Kaffee Blog: Wir haben den Jamaica Blue Mountain Kaffee getestet. Sind das die vielleicht besten Espressobohnen der Welt? Zumindest ist der Preis pro Kilo ziemlich happig mit 195 € pro Kilo.

Über das Specialty Coffee Cupping der SCAA

Neben dem Preis-Check, der optischen Kontrolle der Bohnen selbst und der Bewertung der (umfangreichen) Informationen auf der Kaffee-Verpackung kannst du auch die Gesamtbeurteilung eines Kaffees der SCAA (Specialty Coffee Association of America) heranziehen, um sehr gute bis herausragende Bohnen zu finden.

Die SCAA hat einen international anerkannten Standard für die Kaffeebeurteilung (Specialty Coffee Cupping) erarbeitet. Anhand eines Cupping Formulars (Cupping = Kaffee-Verkostung) werden die die wichtigsten Geschmacksattribute des Kaffees aufgezeichnet. Diese sind:

  • Geruch/Aroma (Fragrance/Aroma)
  • Geschmack (Flavor)
  • Nachgeschmack (Aftertaste)
  • Säure (Acidity)
  • Körper(Body)
  • Ausgewogenheit (Balance)
  • Gleichmässigkeit (Uniformity)
  • Klarheit (Clean Cup)
  • Süsse (Sweetness)
  • Defekte (Defects)
  • Gesamteindruck (Overall)

Cupping nach Cup of Excellence

Ein ähnliches Beurteilungsverfahren läuft auch im Rahmen des Cuppings nach Cup of Excellence ab. Sowohl beim Cupping nach dem SCAA-Protokoll als auch beim Cupping nach Cup of Excellence werden die oben aufgeführten Komponenten am Ende einer Verkostung von ausgewählten Kaffee-Experten zusammen addiert.

Daraus ergibt sich die Gesamtpunktzahl eines Kaffees auf einer Skala von 1-100. Damit lassen sich Kaffees in vier unterschiedliche Kategorien einteilen.

  • 90 bis 100 Punkte = herausragender Kaffee / Presidential Award
  • 85 bis 89,75 Punkte = ausgezeichneter Kaffee / Cup of Excellence Gewinner
  • 80 bis 84,75 Punkte = sehr guter Kaffee
  • weniger als 80 Punkte = Mainstreamkaffee


Wenn du also wirklich einmal exzellenten Kaffee trinken möchtest, besorge dir den Cup of Excellence Gewinner des aktuellen Jahres – ab ca. 15 € für 250g bist du dabei. Empfehlen können wir dir den Espresso „Santa Rosa“ (91,41 Punkte) von Erste Tegernseer Kaffeerösterei. Ein wirklich herausragender Espresso, finden wir!

Espresso von Erste Tegernseer Kaffeerösterei bei roastmarket.de ansehen*

Erfahre mehr über den Cup of Excellence Gewinner aus dem Jahr 2017 in dem nachfolgenden Video.

Worin liegen die Unterschiede zwischen Espressobohnen und Kaffeebohnen?

Der Hauptunterschied liegt in der Röstung und nicht etwa in den Bohnen. Ob eine Kaffeebohne später als Kaffee oder Espresso in der Tasse landet, entscheidet sich erst in der weiteren Verarbeitung des Rohkaffees. Das längere Röstverfahren für Espresso macht nämlich den Unterschied. Nachfolgend haben wir dir die Unterschiede aufgeführt:

  • Bohnen für Espresso werden länger (Röstdauer 15 – 18 Minuten) als Kaffeebohnen (Röstdauer 10 – 15 Minuten) geröstet.
  • Espressobohnen sehen in der Regel dunkelbraun und ölig/glänzend aus, Kaffeebohnen hingegen hell und matt (es gibt heutzutage auch Spezialitäten-Röstereien, die versuchen, Espresso etwas heller als üblich zu rösten)
  • Durch die längere Röstung wird beim Espresso die in den Rohkaffeebohnen enthaltene Säure (Chlorogensäure) vermehrt abgebaut. Espresso enthält also weniger Säure als Kaffee und ist damit auch bekömmlicher als Kaffee.
  • Für die Zubereitung von Espresso wird eine Maschine benötigt, die Wasser mit einem Druck von 9 bar durch das Kaffeemehl presst. Für die Zubereitung von Kaffee wird kein Druck benötigt.
  • Bedingt durch den hohen Wasserdruck setzt sich bei einem gut zubereiteten Espresso eine dichte goldbraune Schicht an der Oberfläche ab, die sogenannte Crema. Beim Aufbrühen von Filterkaffee entsteht hingegen keine Crema.
  • Espresso-Zubereitung gelingt nur, wenn der Mahlgrad der Bohnen sehr fein ist. Bei der Zubereitung von Kaffee sollte der Mahlgrad mittel bis grob sein – je nach Aufguss- und Zubereitungsmethode (French Press, AeroPress, Chemex, Hario Hario V60 Filter etc.)
  • Espresso besteht zu 88 – 91% aus Wasser, Filterkaffee zu 98 – 99%.
  • Der Brühvorgang bei der Espresso-Zubereitung dauer in der Regel zwischen 25 und 30 Sekunden, während das Aufbrühen beim Kaffee bis zu sechs Minuten dauern kann.
  • Eine Tasse Espresso (25 – 35 ml) enthält weniger Koffein als eine Tasse Kaffee (160 ml). Würdest du aber die gleiche Menge Espresso und Kaffee miteinander vergleichen, hätte der Espresso mehr Koffein, weil das Verhältnis von der verwendeten Wassermenge zur Menge des Kaffeemehls ein anderes ist.
  • Espresso schmeckt deutlich kräftiger und intensiver als Kaffee, weil bei Espresso eine geringer Menge Wasser verwendet wird. Dadurch wird das Kaffeepulver konzentrierter extrahiert und der Geschmack intensiver.

Worin liegen die Unterschiede zwischen Coffea Arabica und Coffea Canephora?

Links: Typisch oval geformte Arabica-Bohnen (hellere Röstung für Filterkaffee). Rechts: Typische eher rundlich geformte Robusta-Bohnen (dunklere Röstung für Espresso).

Bisher konnten 124 verschiedene Kaffee-Arten identifiziert werden. Von diesen 124 Arten sind aber nur zwei für den Weltmarkt von Bedeutung: Coffea Arabica und Coffea Canephora (allgemein Arabica und Robusta genannt).

Diese beiden Arten stellen rund 99 Prozent der weltweiten Produktion und werden entsprechend großflächig über den gesamten Äquator, dem sogenannten Kaffeegürtel, angebaut.

Die Robusta-Kaffeepflanzen machen heutzutage ca. 30 % der globalen Kaffeekulturen aus.

Der Anteil an Arabica beträgt ca. 70 % der weltweit angebauten Kaffeepflanzen. Es gibt einige Unterschiede zwischen Arabica und Robusta, die wir dir in Tabellenform aufgelistet haben.

 ArabicaRobusta
Aussehengeschwungener Schnitt in der Mitte, ovale Formgerader Schnitt in der Mitte, rundliche Form
Anbauempfindlich gegenüber Schädlingen, Pilzen und zu starker Hitze, nicht frostresistentkommt auch mit hohen Temperaturen zurecht, widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen
Geschmackenorme Geschmacks- und Aromavielfalt, feine Fruchtsäuren, eleganter und nuancierter Geschmackgeringere Aromenvielfalt und Komplexität, erdiger und holziger Geschmack (z.T. nussig)
Anbauhöhe900 – 2000 m0 – 900 m
Koffeingehalt0,8 – 1,4 %1,7 – 4 %
Anbau-Temperatur15 – 25 °C20 – 30 °C
Ölgehalt15 – 17 %10 – 12 %
Zuckergehalt6 – 9 %3 – 7 %
Anteil am Weltmarktca. 70 %ca. 30 %
Anzahl Chromosomen4422

Wenn du Angaben aus der Tabelle miteinander vergleichst, wirst du festellen, dass die Unterschiede zwischen Arabica und Robusta auf dem ersten Blick gar nicht so gravierend sind.

Wenn du aber mal an einer Kaffee-Verkostung (“Cupping”) teilgenommen hast, bei der du 100% Arabica mit 100% Robusta verglichen hast, wirst du einen deutlichen Unterschied geschmeckt haben. Arabica schmeckt den meisten Menschen im Vergleich zu Robusta tendenziell besser. Gründe dafür sind:

  • Arabica hat mit 44 Chromosomen doppelt so viele wie Robusta. Daraus resultiert die größere Geschmacksvielfalt und der feine fruchtige Geschmack von Arabica-Bohnen.
  • Arabica reift in höheren Anbaulagen und bei einer niedrigeren Temperatur im Vergleich zu Robusta. Das hat zur Folge, dass Arabica-Kirschen insgesamt langsamer als Robusta-Kirschen wachsen. Das langsame Wachstum der Arabica-Kirschen wirkt sich positiv auf die Komplexität der Bohnen aus.

Aus den oben genannten Gründen schneidet Robusta im Vergleich zu Arabica in Deutschland schlechter ab. Arabica gilt weltweit als qualitativ hochwertiger als Robusta.

Es ist also nicht verwunderlich, dass große deutsche Kaffeemarken seit Jahren mit der Aufschrift “100% Arabica” auf den Verpackungen werben. Schade eigentlich, weil es auch sehr gute Robusta-Qualitäten gibt, deren Geschmacksrichtung ins Nussige gehen kann.

Übrigens: Nur weil große Kaffeemarken mit “100 % Arabica” werben, ist diese Angabe kein Garant für gute Qualität. Lass’ dich davon also nicht blenden.

Probier’ doch einfach mal selbst einen 100% Robusta. Vielleicht diesen hier:

Espresso Supremo Turrón (100% Robusta) bei roastmarket*

Robusta spielt allerdings eine wichtige Rolle in Kaffeemischungen für Espresso. Warum? Aufgrund des niedrigen Ölgehalts ist Robusta für eine dicke und stabile Crema auf dem Espresso verantwortlich. Und eine stabile Crema ist in der Regel ein Kennzeichen dafür, dass der Espresso von hoher Qualität ist – zumindest rein optisch betrachtet.

Robusta ist also ein beliebter Mischbestandteil in Espressomischungen, denn es führt nicht nur zu einer festen Crema, sondern sorgt auch für einen kräftigen und holzigen Geschmack des Espressos, den man insbesondere in den südlichen Ländern sehr schätzt.

Durch einen gewissen Anteil an Robusta in Espressomischungen – in der Regel zwischen 10 – 30 % – werden die stärkeren Säuren der Arabica-Bohnen durch die Robusta-Bohnen, die aufgrund der längeren Röstung weniger Säuren haben, ausgeglichen.

Ein paar wirklich tolle Espresso-Blend mit einem hohen Robusta-Anteil und mit wenig Säure haben wir dir hier aufgelistet:

Espresso Yirga Santos (25% Robusta) bei CoffeeCirlce*

Espresso „The Bäm“ (50% Robusta) bei roastmarket*

Espresso Supremo Turrón (100% Robusta) bei roastmarket*


Ein Espresso, der aus einer Mischung aus Arabica- und Robustabohnen zubereitet wurde, schmeckt harmonischer im Vergleich zu einer Zubereitung, bei der nur Arabica-Bohnen verwendet wurden.

Wir empfehlen dir daher zum Start, die ersten Espressi mit einer Espressomischungen aus 70/30 oder 80/20 Arabica/Robusta aufzubrühen, bevor du dich an 100% Arabica heran traust. Der höhere Säureanteil bei Arabica-Bohnen wirkt vielleicht erstmal abschreckend und könnte dir die Lust am Kennenlernen von Espresso nehmen.

Wenn du etwas Erfahrung gesammelt hast, lohnt es sich, mittelbraun geröstete reine Arabica-Bohnen auszuprobieren, die dir ein facettenreiches, fruchtiges und eher säurebetontes Geschmackserlebnis bieten werden.

Ein paar wirkliche “Fruchtbomben” kannst du dir hier ansehen:

Hoppenworth & Ploch Natural Blend Espresso bei roastmarket*

Beerenweg – der fruchtige Espresso von onetake coffee

Espresso Gerba bei CoffeeCircle*


Was unterscheidet eine helle Röstung von einer dunklen Röstung?

Eine helle Röstung der Bohnen hat zur Folge, dass die Bohnen leichtbraun/mittelbraun und matt aussehen. Bei einer dunklen Röstung sehen die Bohnen dunkelbraun/schwarz und ölig aus. Neben diesem optischen Unterschied gibt es einen Unterschied, der die Zellstruktur der Bohnen betrifft.

Grundsätzlich musst du wissen, dass sich die Zellstrukturen bei der Röstung von Kaffee verändern. Die Zellwände der Bohnen brechen nämlich während der Röstung auf. Dieser Vorgang ist wichtig, damit die wertvollen Substanzen der Kaffeebohnen beim Brühvorgang in Wasser gelöst werden können.

Je länger die Röstung dauert, desto dunkler sind die Bohnen und desto mehr brechen die Zellstrukturen auseinander. Die Bohnen werden also immer brüchiger und poröser, je länger die Röstung dauert.

Daraus resultiert, dass dunkle Röstungen eine höhere Löslichkeit im Vergleich zu helleren Röstungen haben, d.h. die Substanzen werden während der Extraktion bei dunkleren Röstungen also besser und schneller gelöst.

Und jetzt wird es wirklich interessant: Weil eben die Löslichkeit der Substanzen bei dunkleren Röstungen besser ist, solltest du bei dunkleren Röstungen eine kleinere Menge an Kaffeemehl verwenden als bei helleren Röstungen.

Hast du einen schwarzen, öligen Espresso in der Espressomühle, kannst du also ganz entspannt die Dosis an Kaffeemehlmenge etwas reduzieren und auch die Brühtemperatur etwas nach unten regulieren – vorausgesetzt, deine Espressomaschine verfügt über eine PID-Steuerung zur manuellen Regulierung der Brühtemperatur.

Die Kehrseite der Medaille bei dunkleren Röstungen ist aber, dass der Kaffee verbrennt und viele seiner wertvollen Aromen verliert. Zu dunkle Röstungen sind daher meistens geschmacklich uninteressant.

Das Beste, was dir bei Espresso aus sehr dunkel gerösteten Bohnen passieren kann, ist, dass dieser nach Schokolade schmeckt. Dunklere Röstungen haben unserer Meinung nach häufig eher einen Röstkaffee-Geschmack und schmecken tendenziell eher bitterer.

Dies führte sicherlich auch zu dem Trend, dem kleine Spezialitätenröster heutzutage mit helleren Röstungen verfolgen.

Denn bei helleren Röstungen kommen die Eigenheiten des jeweiligen Rohkaffees besser zur Geltung. Fruchtige Aromen und angenehme Säuren stehen geschmacklich bei helleren Röstungen im Vordergrund.

Die Zellstrukturen heller Röstungen sind wesentlich intakter als bei dunkleren Röstungen. Das hat zur Folge, dass sich beim Brühvorgang grundsätzlich weniger Substanzen lösen und sich diese auch langsamer lösen können.

Daher kannst du die Dosis an Kaffeemehlmenge bei der Extraktion von hellen Röstungen etwas erhöhen. Zeitgleich kannst du auch die Temperatur beim Brühvorgang von helleren Röstungen anheben, um die Substanzen aus dem Kaffee besser zu lösen.

Blends vs. sortenreine Espressobohnen: Was sind die Unterschiede?



Mischungen unterschiedlicher Kaffees werden als Blends bezeichnet. Sie garantieren in der Regel ein konsistentes Geschmacksprofil und sind daher auch auf dem Massenmarkt sehr beliebt.

Industrielle Großröstereien geben selten preis, welche unterschiedliche Bohnen in ihren Blends verwendet werden.

Kleine Spezialitätenröster ticken in dieser Hinsicht anders und kommunizieren völlig transparent jede einzelne Zutat in ihren Blends. Darüber hinaus erläutern sie die Eigenarten der einzelnen Bohnen und wie die unterschiedlichen Aromen sich gegenseitig ergänzen und ausbalancieren.

Sortenreiner Kaffee (auch als Single Origin bezeichnet) sagt in erster Linie aus, dass der Kaffee aus einem bestimmten Land stammt.

Das ist in der Tat sehr unscharf, weil es in einem Anbauland unterschiedliche Sorten und Aufbereitungsmethoden gibt. Großröstereien werben vereinzelnd mit der Aufschrift “100% Brasilien”.

Meistens werden Bohnen unterschiedlicher Varietäten und Qualitäten aus dem gesamten Land zusammengestellt, weiterverarbeitet und dann als sortenreiner Kaffee mit dem Hinweis “100% Brasilien” verkauft.

Auch hier ist Vorsicht geboten, denn das ist keine Garantie für gute Qualität. Mit “100% Brasilien” erhältst du noch immer keinen Hinweis auf den Geschmack, der von Region zu Region völlig unterschiedlich sein kann.


Spezialitätenröster (im Bild Single Origin Kaffee von coffeecircle) gehen viel mehr ins Details, wenn sie von sortenreinen Kaffees oder Single Origin sprechen.

Sie betiteln nicht nur einfach das Land, aus dem der Kaffee stammt, sondern kommunizieren auf den Verpackungen auch von welcher Farm, von welcher Kooperative, von welcher Erzeugergruppe oder von welchem Erzeuger der Kaffee stammt.

Sortenreine Espressi von Spezialitätenröstereien werden in der Regel in einer limitierte Auflage oder als saisonale Angebote verkauft.

Wie du Espressobohnen richtig aufbewahrst.

Wenn du deine ganzen Bohnen nach dem Kauf richtig verpackt aufbewahrst, halten sich diese mehrere Tage oder sogar länger frisch.

Wenn du jede Woche nur so viele Bohnen von deiner lokalen Spezialitätenrösterei kaufst wie du in einer Woche verbrauchst, dann solltest du immer frische Qualität zu Hause genießen können.

Idealerweise bewahrst du deine Espressobohnen in einem luftdicht schließenden Behälter an einem dunklen und trockenen Ort auf. Oder du lagerst die Bohnen in der wiederverschließbaren Verkaufsverpackungen oder nutzt eine Dose.

Grundsätzlich solltest du keine Bohnen im Kühlschrank lagen. Die Bohnen würden in kurzer Zeit die unterschiedlichsten Aromen, die im Kühlschrank existieren, annehmen. Espresso mit Wurst- und Käse-Aroma wäre ein Novum – geschmacklich aber bestimmt keinem zu empfehlen.

Welcher Mahlgrad für Espressobohnen geeignet ist?


Grundsätzlich sollte der Mahlgrad für Espressobohnen sehr fein sein. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie fein du deine Bohnen mahlen solltest, empfehlen wir dir, Mehl zwischen den Fingern zu verreiben.

Der Mahlgrad für Espresso muss etwas gröber sein als Mehl. Du solltest also noch kleinste Kaffeepartikel erkennen können. Pulverfein gemahlenes Kaffeemehl, welches sich wirklich wie Mehl anfühlt, ist für die Zubereitung von Espresso in der Regel zu fein und wird nur für den türkischen Kaffee (Cezve) verwendet. Grundsätzlich gilt folgendes:

  • Bei einem zu feinem Mahlgrad fließt der Espresso sehr langsam in die Tasse. Der Geschmack ist bitter, das Getränk ist überextrahiert. Der Mahlgrad muss etwas gröber gestellt werden.
  • Bei einem zu groben Mahlgrad fließt der Espresso deutlich zu schnell in die Tasse. Der Geschmack wird eher sauer wahrgenommen, das Getränk ist unterextrahiert. Der Mahlgrad muss in diesem Fall feiner gestellt werden.

Im Laufe der Zeit wirst du ein Gefühl dafür entwickeln, wie sehr sich eine Veränderung des Mahlgrads im Geschmack niederschlägt.

Wir raten dir grundsätzlich dazu, das Kaffeemehl bei jedem Espresso zu wiegen und stets die gleiche Menge an Kaffeemehl zu verwenden, wenn du den optimalen Mahlgrad für deine Espressobohnen finden willst. Erst dadurch kannst du wirklich in die Feinabstimmung gehen.

Das Ziel sollte sein, feine Justierungen am Mahlgrad vorzunehmen, um einen Espresso zu extrahieren, der geschmacklich ausgewogen ist, Süße, Viskosität und Körper hat.

So testen wir Espressobohnen


Wir von barista-passione.de testen Espressobohnen mit einer Quamar M80E Espressomühle und mit einem Profitec Pro 300 Dualboiler-Siebträger mit Wassertank. Wir leveln das Mehl im Siebträger mit dem Mahlgut Dozer (Holz geölt, Dozerfläche höhenverstellbar) von der Mahlgut Manufaktur und tampern anschließend das Mahl mit einem Tamper von Motta mit planer Unterseite.

Wir verwenden Leitungswasser mit einer mittleren Wasserhärte (11 °dH), welches wir mit einem Wasserfilter von Brita filtern. Als Sieb im Siebträger verwenden wir ein 18g VST-Sieb im bodenlosen Siebträger. Wir wiegen das Kaffeemehl und den Espresso mit einer Acaia Lunar Baristawaage ab.

Bei der Brühtemperatur experimentieren wir: Hellere Röstungen werden in der Regel zwischen 93 – 95 Grad Celcius Brühtemperatur extrahiert, bei dunkleren Röstungen reduzieren wir die Temperatur auf 90 – 92 Grad Celcius.

Für jede Espressobohne versuchen wir, im Laufe der Zeit das für uns geschmackliche Optimum heraus zu holen. Daher variieren unsere Rezepte je nach Espressobohne.

Grundsätzlich präferieren wir bei dunkleren Röstungen ein geringeres Brühverhältnis (brew ration) als bei helleren Röstungen. Dunklere Röstungen bereiten wir gerne im Verhältnis von 1:2 zu, während wir bei helleren Röstungen eine brew ration von 1:2,5 vorziehen.

Wenn du erfahren willst, wie wir zu Hause Espresso zubereiten, dann sieh’ dir gerne unser Video dazu an:


Diese Espressobohnen können wir dir empfehlen.

In den letzten Jahren haben wir mehrere Kilos Espressobohnen mit unserer Espressomühle fein gemahlen und aufgebrüht, um köstliche Espressi, Cappuccinos, Cafe Americanos, Latte Macchiatos, Cafè Lattes, Flat White & Co. in den eigenen vier Wänden zu genießen. Wir haben wirklich viel ausprobiert und mittlerweile ein paar Espressobohnen-Schätze entdeckt, die wir dir weiter unten aufführen.

Hier findest du eine kleine Auswahl guter Espressobohnen, die wir in den letzten Monaten getestet haben und für die wir eine klare Kaufempfehlung aussprechen können:

Zum Espresso Furioso bei roastmarket*

Zum Espresso Gerba bei CoffeeCircle*


Unsere Entdeckerreise ins Reich der Espressobohnen scheint niemals enden zu wollen. So vielfältig ist die Auswahl an unterschiedlichen Blends und Single Origins, die weltweit geröstet werden.

Wir sind dankbar für die Entwicklung des Internets, über das man mittlerweile Bohnen aus aller Welt von lokalen Spezialitätenröstereien beziehen kann.

Heutzutage gibt es zahlreiche Röstereien, die ihre Bohnen über einen Online-Shop vertreiben. Es sind zwar noch nicht alle kleineren Röstereien mit einem eigenen Online-Shop im Netz präsent, wir beobachten aber, dass die Zahl von Jahr zu Jahr wächst.

Beim Kauf von Bohnen achten wir in der Regel darauf, dass die Bohnen fair und direkt gehandelt wurden. Wichtig ist uns auch, dass die Bohnen schonend verarbeitet und handgeröstet wurden und, dass die Bohnen von der Rösterei idealerweise direkt vom Erzeuger (Farm, Kooperative) gekauft wurden, damit gerechte Einkaufspreise und höchste Qualität sichergestellt sind.

Discounter-Espressobohnen meiden wir grundsätzlich wie der Teufel das Weihwasser.

Bohnen von lokalen Röstereien aus unserer nahen Umgebung testen wir bevorzugt in unserem Espressobohnen Test und können dir daher uneingeschränkt empfehlen, Bohnen von (kleineren) Spezialitätenkaffee-Röstereien zu beziehen.

Folgende Vorteile sehen wir beim Kauf von Espressobohnen von lokalen Kaffeeröstern:

  • Persönlicher Kontakt zum Röster
  • Empfehlungen vom Röster zur Zubereitung der Bohnen (“Rezept” des Rösters)
  • Frische Röstung der Bohnen
  • Auskunft über Herkunft und Aufbereitung des Rohkaffees (Land, Anbauhöhe, Farm, Kooperative, Erzeugergruppe, Erzeuger)
  • Auskunft über Kaffeesorten und Varietäten
  • Auskunft über das Röstverfahren
  • Erwerb von exklusiven Bohnen, die nur in kleinen Mengen saisonal geerntet werden
  • Förderung von kleinen lokalen Röstereien statt großer Kaffeekonzerne

Die Espressobohnen dieser Röstereien können wir dir weiterempfehlen:

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Erstellt am: 28. Juli 2020

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