Trotz des Siegeszuges von Kaffeevollautomaten, Espressomaschinen und Kapselsystemen hat sich der klassische Filterkaffee nicht abhängen lassen. Laut Tchibo Kaffeereport 2017 trinken weiterhin knapp 2/3 aller Deutschen (65,7 %) zu Hause am liebsten klasssischen Filterkaffee. Und in den vielen Spezialitätencafés in der Nation wird mittlerweile mehr Filterkaffee serviert als Milchbasierte Getränke wie Cappuccino, Flat White & Co.

Der Filterkaffee – liebevoll mit einem Handfilter aufgebrüht – erlebt in Deutschland in den letzten Jahren ein grandioses Comeback. Völlig klar, dass auch wir der Filterkaffee-Hysterie verfallen sind und uns hier ausführlich diesem Thema in all seinen Facetten widmet.

Video: Filterkaffee kochen mit Handfilter

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Handfilter Kaffee zubereiten – Schritt für Schritt Anleitung

Nachfolgend findest du eine kurze Anleitung, wie du leckeren Handfilter Kaffee zubereiten kannst. Wir verwenden dafür das Handfiltersystem Hario V60.

Unser Grundrezept: Auf 32,5 g frisch gemahlene Kaffeebohnen gießen wir 500 ml Wasser auf. Innerhalb von ca. 2 min 30 Sekunden gießen wir 500 ml Wasser vollständig auf, damit nach ca. 3 min 30 Sekunden die Extraktion komplett abgeschlossen ist.

Schritt 1: Kaffeebohnen abwiegen

Für 500 ml Wasser empfehlen wir dir, 32,5 g Kaffee zu verwenden. Auf 1 Liter Wasser kommen demnach ca. 65 g Kaffee.

Schritt 2: Papierfilter befeuchten

Papierfilter in den Hario V60 Porzelanfilter einlegen und mit heißem Wasser befeuchten, damit die Geschmacksstoffe im Papier beseitigt werden.

Schritt 3: Kaffeemehl in den Filter geben

Die Kaffeebohnen kurz vor dem Brühen mahlen und das Kaffeemehl in den Papierfilter geben.

Schritt 4: Kaffeemehl befeuchten

Das Kaffeemehl wird mit heißen Wasser (92 – 94 ° Celsius) befeuchtet. Du solltest in etwa doppelt so viel Wasser auf den Kaffee gießen, wie das Pulver wiegt (bei 32,5 g Kaffeemehl also ca. 65 g Wasser).

Schritt 5: 30 Sekunden Vorbrühen (“Blooming”)

Der Prozess des Vorbrühens wird in Fachkreisen als “Blooming” bezeichnet. In der Blooming-Phase quillt (“blüht”) das Kaffeemehl auf. Dadurch entweicht Kohlendioxid aus dem Kaffee. Der fertige Kaffee wird dadurch später dann weicher und vollmundiger schmecken. Sollte der Kaffee nicht aufquellen, ist das ein Zeichen dafür, dass der Kaffee nicht mehr frisch ist.

Schritt 6: Umrühren beim Blooming

Damit das gesamte Kaffeemehl während der Blooming-Phase befeuchtet wird, kannst du das feuchte Pulver vorsichtig mit einem Löffel umrühren.

Schritt 7: Wasser weiter aufgießen

Nach der 30-sekündigen Blooming-Phase musst du weiteres Wasser aufgießen. Am besten mit dünnem Wasserstrahl immer direkt auf den Kaffee in langsamen kreisenden Bewegungen gießen. Du solltest vorsichtig und gleichmäßig über den gesamten Kaffee gießen. Bitte nicht auf die Filterwände gießen, weil dadurch Wasser am Kaffeepulver vorbei gelangt, ohne Kaffee zu extrahieren.

Schritt 8: Erneut Umrühren

Wenn du Wasser bis ca. 2-3 cm unterhalb des Filterrands eingegossen hast, musst du wieder leicht umrühren. Das Umrühren verhindert, dass Kaffee am Rand kleben bleibt.

Schritt 9: Regelmäßig Wasser nachgießen

Durch regelmäßiges Nachgießen mit langsamen, gleichmäßigen kreisenden Bewegungen wird die Kaffee-Wasser-Lösung auf Niveau gehalten. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die gewünschte Wassermenge (hier: 500 ml) erreicht ist.

Schritt 10: Extraktion beendet

Wenn du 500 ml Wasser in 2 – 3 Minuten aufgegossen hast, sollte die Kaffee-Extraktion beendet sein. Der verbliebene Kaffeesatz sollte trocken aussehen und die Oberfläche sollte relativ flach sein.

Schritt 11: Umrühren

Vor dem Trinken den Kaffee kurz umrühren oder die Kaffeekanne schwenken.

Schritt 12: Eingießen und kurz abkühlen lassen

Jetzt kannst du deinen frisch zubereiteten Pour-Over-Coffee eingießen. Am besten noch kurz warten, bevor du trinkst. Dann kommen die feinen Fruchtsäuren besser zum Vorschein.

Wie schmeckt Kaffee aus dem Handfilter?

Filterkaffee ist nicht nur eine Zubereitungsart, sondern steht auch stellvertretend für einen gewissen Geschmack. Dieser Geschmack basiert auf einer Aromasättigung von 0,8 – 1,5 %. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Filterkaffee zu 98,5 % bis 99,2 % aus Wasser besteht. Daher schmeckt ein Filterkaffee halt auch eher wässrig. Besonders deutlich wird das, wenn du im Vergleich mal einen Espresso trinkst. Espresso hat eine Aromasättigung von ca. 10% und schmeckt daher sirupartig und hochkonzentriert. Ein sirupartiges Mundgefühl wirst du demnach beim Trinken eines Filterkaffees nicht erleben.

Wie der Name schon sagt, durchläuft der Kaffee nach dem Aufguss einen Filter – zumeist einen Papierfilter. Dieser filtert alle Feststoffe und auch Öle heraus, die in der Flüssigkeit gelöst sind. Filterkaffee ist also sehr “sauber”, frei von Kaffeepartikelchen, relativ klar und weist oft eine rötliche Tönung auf. Der Kaffee zeichnet sich durch ein klares Aroma aus, hat aber durch die Filterung etwas weniger Körper im Vergleich zu der Zubereitung mit der French Press. Nach welchen Aromen Filterkaffee nun genau schmeckt, hängt von den Kaffeebohnen ab, die du verwendest. Auf jeden Fall solltest du keine Bohnen verwenden, die zu dunkel geröstet wurden. Die Wahrscheinlichkeit, dass dein Kaffee zu bitter schmecken wird, ist relativ hoch (s. dazu den Abschnitt “Welche Bohnen für Filterkaffee?“)

Filterkaffee: Welche Menge? Welche Dosierung?

Wir empfehlen ein Verhältnis von 60 g Kaffee pro Liter Wasser. Das ist übrigens auch die Empfehlung der Speciality Coffee Association of Europe (SCAE). Je milder der Kaffee im Geschmack ist, desto mehr Kaffeepulver kannst du verwenden. Es lohnt sich auf jeden Fall, für die Zubereitung eine Digitalwaage zu verwenden. Die zwei Stellschrauben Kaffeemehlmenge und Extraktionsmenge kannst du mit Hilfe einer Waage verändern, um den für dich perfekten Filterkaffee aufzubrühen. Zudem kannst du mit einer Waage, das Rezept deines favorisierten Filterkaffees immer wieder reproduzieren.

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Welche Bohnen für Filterkaffee?

Wir empfehlen dir, eher hell geröstete Bohnen einer Spezialitätenkaffeerösterei deines Vertrauens für Filterkaffee zu verwenden. Denn nur heller gerösteter Kaffee kann sein gesamtes Aromaspektrum und seine fruchtigen Noten und feinen Säuren entfalten. Wenn du auf angenehme Fruchtsäuren stehst, empfehlen wir dir zu einem Kaffee aus Äthiopien, Kenia oder Tansania. Diese Anbauländer sind bekannt für Spitzenkaffees, die einen einzigartigen , sehr säurebetonten, zitrusartigen Geschmack aufweisen – also ideal für die Zubereitung im Handfilter.

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Artikel aus dem Kaffee Blog: Vier Gründe, warum wir Kaffeebohnen mit hoher Qualität bevorzugen.

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Filterkaffee: Welcher Mahlgrad?

Wie bei so vielen anderen Kaffeezubereitungsmethode spielt der Mahlgrad auch beim Filterkaffee eine wichtige Rolle. Grundsätzlich raten wir dir, den Kaffee direkt vor dem Aufbrühen frisch zu mahlen – am besten mit einer Mühle, die über ein Kegel- oder Scheibenmahlwerk verfügt. Der Mahlgrad ist natürlich abhängig von den verwendeten Kaffeebohnen und deinen persönlichen Vorlieben. Wir empfehlen dir, mit einem mittelgroben Mahlgrad (Speisesalzgröße) zu starten, einige Testaufgüsse zu machen und das Ergebnis geschmacklich zu bewerten.

Ratsam ist auch, sich an der Extraktionszeit zu orientieren. Diese sollte in der Regel nicht länger als 3 Minuten betragen. Bei einer längeren Extraktionszeit löst das Wasser nämlich zunehmend auch unerwünschte Bitterstoffe aus dem Kaffee. Der Kaffee schmeckt unangenehm bitter. Der Mahlgrad ist dann wahrscheinlich zu fein gewesen. Ist die Extraktionszeit zu kurz, schmeckt der Kaffee schwach, wässrig und fade. Der Mahlgrad ist zu grob gewesen und du musst beim nächsten Mal feiner mahlen. Du wirst schnell ein Gefühl dafür bekommen, welcher Mahlgrad für deinen Filterkaffee ideal ist.

Wer hat den Filterkaffee erfunden?

Der Papierfilter wurde 1908 von der Dresdner Hausfrau Melitta Bentz erfunden. Sie baute eine Konservendose zu einem Kaffeefilter um, indem sie ein paar Löcher in den Boden der Dose bohrte und darauf dann ein passend zurechtgeschnittenes Stückchen Löschpapier legte. Und wie du vielleicht weißt wird die Melitta-Gruppe von ihren Nachfahren geführt und verkauft bis heute Papierfilter, Kaffeemaschinen und Kaffee.

Video: Filterkaffee kochen


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    Erstellt am: 24. Februar 2018

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